Dass sich Software-as-a-Service Angebote vor allem im Bereich der Informationstechnologie in den letzten Jahren etabliert haben ist nachvollziehbar: Mittels Software-as-a-service werden dem User von Managed Service Providern (MSPs) Anwendungen wie beispielsweise eine Cloud-infrastruktur im Mietmodell zur Verfügung gestellt ohne große Anfangsinvestitionen für Hard- und Software, zentral gehostet, mit Updateservice, absolut skalierbar und von überall aus erreichbar ohne dass weitreichende Kenntnisse bzgl. Datacenter Architektur und Management durch einen internen Admin von Nöten sind.
So ähnlich kann man sich Ransomware-as-a-Service vorstellen:
Weniger erfahrene Hacker Gruppen „mieten“ sich fertige „Whitelabel“ Ransomware inkl. Infrastruktur im Darknet von cyberkriminellen Banden für Ihre Angriffe.
Die „Vermieter“ also die Ransomware MSPs erhalten im Gegenzug einen %-Satz am erbeuteten Lösegeld für die Bereitstellung der RaaS. Seit 2021 haben Sich dadurch die weltweiten Ransomware Angriffe mehr als verdoppelt – Tendenz steigend.
Da selbst weniger technisch versierte Kriminelle über das RaaS Modell komplexe Ransomware Angriffe durchführen können, erweitert dies extrem die Reichweite krimineller Aktivitäten. Organisierte Gruppen können großangelegte Angriffe mit minimalem Aufwand skalieren indem sie multiple Ziele gleichzeitig angreifen, was die potentiellen Einnahmen erheblich steigert.
Zentrales Ziel von Ransomware ist durch Verschlüsselung von Dateien oder Aussperrung der Opfer aus dem Computersystem Lösegeld zu erpressen. Als Gegenleistung erhält das Opfer Glück den Encryption Key zur Wiederherstellung der Daten.
Die Gretchenfrage, die sich an dieser Stelle stellt: Zahlen oder nicht zahlen? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt Cyberkriminelle nicht zu unterstützten und daher nicht zu zahlen. Fällt man einer der bekanntesten Ransomware Banden zum Opfer, stehen die Chancen allerdings gut, bei Lösegeldzahlung den Encryption Key zu erhalten - denn auch Kriminelle haben einen Ruf zu verlieren.
In Folge eines Ransomware Angriffs hat ein Unternehmen mit Datenverlusten, Bußgeldern, Umsatzeinbrüchen, Reputationsverlusten bishin zur Insolvenz zu kämpfen, sollten sich die Daten nicht wiederherstellen lassen.
Zur Bekämpfung von Ransomware empfiehlt sich die Implementierung geeigneter Sicherheitsmaßnahmen, die Ransomware erkennen und blockieren. Da in fast 75% aller Ransomware Angriffe der User volviert ist, ist eine regelmäßige Sensibilisierung zur Stärkung des Sicherheitsbewusstseins unumgänglich. Zero-day-Ransomware kann nur durch eine ständige Aktualisierung der Systeme bekämpft werden.