Logfiles oder Protokolldaten liefern detaillierte Aufzeichnungen zu allen Aktivitäten in Netzwerken, auf Servern, PCs oder in Anwendungen. Bekannte Logdaten sind beispielweise Systemprotokolle von Windows oder Linuxservern, sog. Event- bzw. Syslogs oder Anwendungsprotokolle, die Aufschluss darüber liefern, welcher Benutzer welche Aktion in einer Anwendung ausführt oder welche Fehler in einem Programm aufgetreten sind. Des weiteren gibt es Netzwerkprotokolle, die Infos zu IP-Adressen oder Portnummern liefern, sowie Protokolle, die etwaige sicherheitsrelevante Ereignisse aufzeichnen, wie beispielsweise Zugriffsverletzungen auf Firewalls oder Abwanderung von größeren Datenpaketen.
Logfiles sind also das digitale Gedächtnis eines jeden Systems und sind somit die wichtigsten Daten eines Unternehmens, wenn es um die Fehlerbehebung geht oder um sicherheitsrelevante Aktivitäten zu tracken.
Vor allem bei potentiellen Sicherheitsvorfällen dienen Logfiles als entscheidende Quelle. Durch die Analyse von Logdaten können Administratoren verdächtige oder ungewöhnliche Aktivitäten identifizieren. So können beispielsweise Denial of Service Attacken (DDos) identifiziert werden, bevor Serversysteme lahmgelegt werden. Mit Hilfe von Logfiles können IT-Verantwortliche das abrupte Ansteigen des Netzwerktraffics oder eine hohe Anzahl von Anfragen von einer oder wenigen IP-Adressen als mögliche Bedrohung deuten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten, sodass die Systemverfügbarkeit nicht gefährdet wird.
Ein weiteres Beispiel sind fehlgeschlagene Benutzeranmeldungen. Jede Anmeldung eines Users am System wird durch Logs protokolliert. Meldet sich ein Benutzer mehrmals hintereinander mit seinen Zugangsdaten, also Benutzername und Kennwort an, und schlagen diese Anmeldeversuche fehl, könnte dies ein Indiz dafür sein, dass nicht der User selbst für die Anmeldeversuche vorgenommen hat, sondern ein Cyberkrimineller versucht Zugang zum System zu erhalten.
Wie viele Logdaten in einem mittelständischen Unternehmen täglich generiert werden, hängt natürlich stark von der Anzahl der Arbeitsplätze, der Benutzeraktivität und der Menge des Netzwerkverkehrs ab, mehrere 100.000 bis Millionen Logeinträge sind keine Seltenheit – und das täglich.
An dieser Stelle wird klar, dass es ohne technische Hilfe auch für ein Administratoren Team nahezu unmöglich ist, diese Menge an Logdaten täglich zu analysieren, mit einander in Relation zu setzten und möglicherweise bösartige Muster zu erkennen.
Für die Loganalyse gibt es daher entsprechende Sicherheitstools. Diese Loganalyse Tools helfen die IT-Infrastruktur zu überwachen, Cyberbedrohungen frühzeitig zu erkennen und Sicherheitsstandards zu erfüllen. Sie sammeln Logdaten von verschiedenen Systemen oder Geräten und Netzwerken an einem zentralen Ort, um die Analyse und Überwachung von Aktivitäten und großen Datenmengen zu vereinfachen. Zur automatisierten Bedrohungserkennung werden vordefinierte Regeln und Algorithmen eingesetzt, um Muster von verdächtigen Aktivitäten und potentiellen Bedrohungen in Echtzeit zu analysieren und zusammenhänge zwischen verschiedenen möglicherweise bedrohlichen Ereignissen zu erkennen.
Bei Cyberangriffen ist es nämlich von entscheidender Bedeutung, dass Bedrohungen sehr schnell, bestenfalls innerhalb einer Stunde, erkannt, analysiert und eliminiert werden.
Echtzeitanalysen schicken im Bedarfsfall entsprechende Alarme an die zuständigen Administratoren. Dies ermöglicht es, zügig zu handeln, die Gefahr einzudämmen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Sicherheitsstandards können durch entsprechende Complianceberichte nachweislich eingehalten werden, wodurch die Regulatorien der DSGVO nachgewiesen werden können.
Unverzichtbar ist ein Loganalyse Tool, wenn es um forensische Untersuchen geht. Im Falle einer Cyberattacke ist so eine tiefgreifende forensische Analyse möglich, um den Ursprung, den Verlauf und das Ausmaß eines Cyberangriffs nachzuvollziehen und Schwachstellen im System ausfindig zu machen. Unternehmen können so im Schadensfall nachweisen, ob der Angriff durch unzureichende Sicherheit in ihrem System oder durch das Verschulden eines Dritten ins System gekommen ist. Dies kann im Haftungsfall von entscheidender Bedeutung sein, und über die Höhe und Art von möglichen Bußgeldern entscheiden.