Basel II und Basel III sind seit Jahren bekannte Regelwerke, die seit Jahren die Art und Weise bestimmen, wie Banken Kredite an Unternehmen vergeben, insbesondere um das Kreditausfallrisiko des anfragenden Unternehmens zu bewerten. Der Grund hierfür ist so einfach wie logisch:
Kreditinstitute müssen beispielsweise ausreichend Kapital vorhalten, um mögliche Verluste aus Krediten abzudecken, sollte ein Kreditnehmer den Kredit nicht mehr bedienen können – Stichwort Kreditausfallrisiko.
In unserer digitalisierten Welt ist Cybersicherheit nicht nur eine technische Angelegenheit, sondern integraler Bestandteil der unternehmerischen Risikostrategie.
Kreditinstitute berücksichtigen bei der Kreditvergabe nicht nur sog. „Hard Facts“ wie finanzielle Kennzahlen und Cashflows, sondern auch sog. „Soft Facts“, die Einblicke in das Geschäftsmodell, Marktstellung oder Compliance liefern. Die IT-Infrastruktur und die Cybersicherheit eines Unternehmens sind dabei zunehmend wichtige Faktoren,
die bei der Kreditvergabe berücksichtigt werden.
Die Frage nach dem Warum lässt sich einfach beantworten: Nur wer als Unternehmen in eine moderne und skalierbare IT investiert, kann effektiv wachsen und somit den langfristigen Erfolg des Geschäftsmodell sichern.
Die Investition in digitale Technologien wird in naher Zukunft über Erfolg oder Niedergang von Unternehmen entscheiden.
Die Fähigkeit sich auf Cyberangriffe vorzubereiten, das Betreiben eines Incident- und Risikomanagements, sowie die Implementierung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen zur Prävention, Erkennung, und Behebung von Cyberbedrohungen, wird zum wesentlichen Erfolgsfaktor eines Unternehmens.
Dies wird klar, wenn man bedenkt, dass die durchschnittlichen Kosten eines Cyberangriffs bei ca. 4.3 Mio. Euro liegen; der durchschnittliche Zeitraum bis zur vollständigen Behebung und Beseitigung der Bedrohung beträgt 182 Tage. Anhand dieser Zahlen wird klar, dass viele Unternehmen aus finanzieller Sicht einen solchen Angriff nicht überleben. Bußgelder gem. DSGVO oder anderer gesetzlicher Normen nicht eingerechnet.
Selbst wenn die Kosten für die Datenwiederherstellung – sofern diese überhaupt möglich ist – sowie die daraus resultierenden Umsatzeinbußen durch Betriebsunterbrechungen und mögliche Vertragsstrafen aufgrund von Lieferkettenunterbrechungen das Unternehmen nicht in den Ruin treiben sollten, bleiben immer noch Schäden für die Reputation und das Vertrauen von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern bestehen.
Spätestens hier wird klar, warum eine robuste IT-Sicherheitsstrategie so wichtig für die
Bewertung des Kreditratings darstellt. Eine starke Cyber Resilienz sorgt langfristig für
unternehmerische Stabilität und ist somit entscheidend für die Kreditwürdigkeit des Unternehmens.