Emails sind nach wie vor das beliebteste und meistgenutzte Kommunikationsmittel. Emails ermöglichen eine professionelle, formelle und vor allem schnelle Kommunikation, die für geschäftliche Zwecke unumgänglich ist. Sie können von überall auf der Welt, von nahezu jedem internetfähigen Gerät versendet werden und bieten oft Integrationsmöglichkeiten mit Kalender, Kontakte- Videokonferenz oder anderen Produktivitätstools.
Aktuell werden von ca. 4,37 Mrd. Email Usern täglich weltweit über 361 Milliarden Emails versendet. Mit zunehmender Bedeutung der Emailkommunikation ist in den letzten Jahren aber auch das Risiko von Cyberangriffen stark angestiegen.
Der Anteil von Spam Emails lag dabei 2023 bei fast 47% des gesamten weltweiten Emailverkehrs.
Die meisten Spam Emails werden mit einem Anteil von 31,5 Prozent aus Russland verschickt, gefolgt von USA mit 11 Prozent, ebenso wie China.
Phishing oder Email-Spoofing sind dabei stark verbreitete Methoden, um mittels gefälschter Absenderadresse das potentielle Opfer dazu zu bringen, sensible Informationen wie Passwörter oder Kreditkartendaten preiszugeben. Der Angreifer gibt vor, dass die Email aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt und will das Vertrauen des Opfers gewinnen, indem er vorgibt jemand zu sein, der er nicht ist.
Auf den ersten Blick ist für den User oft nicht so einfach Phishing Emails und gefälschte Absenderadressen zu erkennen. Cyberkriminelle geben sich die größte Mühe, dass die gefälschten Emails wie perfekte eins-zu-eins Kopien des Originals aussehen. Gefälschte Absender Adressen sind oft sehr ähnlich zu den tatsächlichen Absenderadressen, indem oft nur ein Buchstabe im Domainnamen ausgetauscht wird (wie l und 1 oder o und 0).
Durch die Verwendung von gekürzten URLs oder eingebetteten Links werden User oft durch bloßes Anklicken auf bösartige Websites geleitet. Der angezeigte Name des Absenders wird dahingehend manipuliert, dass dieser vom tatsächlichen Absender abweicht. Gerne benutzten Hacker bekannte Domainnamen für ihre kriminellen Aktivitäten. Dies funktioniert relativ einfach, wenn entsprechende Authentifizierungsprotokolle wie SPF, DMARC oder DKIM fehlen.
Mittels SPF Eintrag (Sender Policy Framework) kann das Fälschen von Absenderadressen verhindert werden. Der Absender trägt in sein DNS (Domain Name System) einen Textdatensatz ein, der die IP-Adressen oder Domains auflistet, die berechtigt sind, Emails über die jeweilige Domain zu versenden. Ohne einen entsprechenden SPF Eintrag könnte jeder beliebige Emailserver Emails im Namen der Domain senden.
Der Emailserver des Empfängers prüft wiederum den SPF Eintrag um festzustellen, ob die Email von einem autorisierten Server stammt. Viele moderne Email-Server und Spamfilter haben SPF Prüfungen als Teil ihres Standardprozesses zur Bekämpfung von Spam und Phishing. Sollte eine SPF Prüfung fehlschlagen, kann der empfangende Emailserver die Email ablehnen, was zur Folge hat, dass diese nicht zugestellt werden kann.
Eine weitere Authentifizierungsmöglichkeit für Emails bietet das DKIM Protokoll (Domainkeys Identified Mail). Hierzu wird ein privater und ein öffentlicher Schlüssel generiert. Der öffentliche Schlüssel wird als DNS-Textdatensatz veröffentlicht. Der private Schlüssel verbleibt auf dem Emailserver und wird zur Signierung ausgehender Emails verwendet. So wird überprüft, dass eine Email nicht verändert wurde und tatsächlich von einer bestimmten Domain stammt.
Um Phishing und Spamming zu bekämpfen sollte zusätzlich zum SPF Record und DKIM Protokoll, DMARC (Domain-Based Message Authentication, Reporting and Conformance) als Authentifizierungsstandard verwendet werden. Ein DMARC Eintrag ist ebenfalls ein Textdatensatz, der festlegt, wie eingehende Emailnachrichten zu behandeln sind, die bereits die SPF und DKIM Prüfung durchlaufen haben. Es handelt sich somit um eine zusätzliche Prüfung, die darüber entscheidet, ob eine Email bei fehlgeschlagener SPF oder DKIM Prüfung, an den Sender zurückgesendet, blockiert oder als Spam markiert wird.