KI gestützte Technologieinnovationen verändern seit 2022 die Cybercrime Landschaft und führen, instrumentalisiert durch Kriminelle, zu einer sehr hohen Bedrohungslage im Bereich der Cybersicherheit. Cyberversicherungen bieten dabei Unternehmen die Möglichkeit, sich vor den finanziellen Folgen von Cybervorfällen zu schützen.
Von einem versicherungsrelevanten Cybervorfall spricht man, wenn durch einen Angriff die Vertraulichkeit, die Integrität oder die Verfügbarkeit der Daten oder IT-Systeme verletzt wird.
Die Versicherung übernimmt beispielsweise die Kosten für die Wiederherstellung von Datensätzen nach einem Hacking-Angriff, Schadensersatzforderungen eines Dritten, Rechtskosten oder die Kosten für Betriebsunterbrechungen als Folge eines Sicherheitsvorfalls. Die Kosten einer solchen Cyber-Risk Versicherung berechnen sich in der Regel nach den Umsätzen, der Unternehmensgröße und der Branche des zu versichernden Unternehmens und können mehrere tausend Euro jährlich betragen, natürlich abhängig vom Leistungsumfang, der Schadenssummen und der Selbstbeteiligung.
Zum Vergleich: Im Jahr 2023 betrugen die durchschnittlichen Kosten eines IT-Sicherheitsvorfalls weltweit 4.45 Millionen USD.
In diesem Zusammenhang wichtig zu wissen: Im Durchschnitt kann es bis zu 280 Tage dauern, bis ein Cyberangriff erkannt, eingedämmt und vollständig behoben wurde inklusive Entfernung sämtlicher Fragmente des Angriffs.
Häufig kommt es in diesem Zeitraum zu Betriebsunterbrechungen aufgrund von Datenverlust oder Kompromittierung der IT-Systeme, die für das geschädigte Unternehmen zu Umsatzeinbußen, Reputationsschäden oder bis hin Zahlungsunfähigkeit führen können. Cyberversicherungen bieten somit, verglichen mit der durchschnittlichen Schadenssumme eines Cyberangriffs, eine relativ günstige Möglichkeit, um sich auf finanzieller Ebene abzusichern.
Der springende Punkt hier ist jedoch: Eine wesentliche Voraussetzung, um den vollen Versicherungsschutz des Versicherers zu erhalten, ist, dass das zu versichernde Unternehmen IT-Sicherheitsmaßnahmen nach dem aktuellen Stand der Technik implementiert hat. Diese Sicherheitsmaßnahmen sorgen dafür, dass das Unternehmen gegen Cyberangriffe bestmöglich geschützt wird und somit das Risiko für Schadensfälle, welche über die Versicherung reguliert werden, gemindert wird.
Werden diese Sicherheitsmaßnahmen nicht implementiert, kann die Versicherung im Schadensfall die Zahlung verweigern.
Maßnahmen nach dem aktuellen Stand der Technik finden sich unter anderem in branchenspezifischen Standards wie der ISO/IEC 27001, den BSI Grundschutz Katalogen, der DSGVO oder dem NIST Cybersecurity Framework. Beispielhaft können hier Maßnahmen wie die regelmäßige Aktualisierung von Hard- und Software, das Sammeln und Analysieren von Protokolldaten, die Implementierung von Endpoint Detection and Response Software sowie von Intrusion Detection/Prevention Systemen. All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Schutzziele der IT-Sicherheit – Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität zu gewährleisten