Cyberkriminelle haben bei der Durchführung von Hackingattacken ein Ziel – und dieses besteht darin möglichst viele Daten von den Systemen eines Unternehmens zu stehlen und/oder diese zu verschlüsseln, sodass das Opfer gezwungen ist Lösegeld zu zahlen, sodass der Angreifer die Daten in einem lesbaren, nicht verschlüsselten Format zurückgibt. Hier wird klar, dass Daten nicht nur eine der wichtigsten Ressourcen im Unternehmen sind, sondern auch eine erhebliche potentielle Angriffsfläche für Cyberattacken darstellen.
Um sich vor Ransomware Attacken zu schützen ist es essentiell, entsprechende Sicherheitsmaßnahen in die IT-Sicherheitsstrategie zu implementieren. Hierzu zählen natürlich der Einsatz von next generation Antiviren Software bzw. Endpoint Detection and Response Software, die durch Machine Learning das Netzwerk ständig nach aktuellen Bedrohungen scannt und das Verhalten möglicher bösartiger Aktivitäten analysiert, sowie regelmäßige Backups.
Backups helfen im Fall des Datenverlustes, welcher nicht nur durch Cyberattacken, sondern auch durch Hardwaredefekte, Diebstahl, höhere Gewalt wie Naturkatastrophen, Softwarefehler oder menschliches Versagen (versehentliches Löschen von wichtigen Daten durch Menschen) hervorgerufen werden kann, die Daten innerhalb kurzer Zeit wiederherstellen zu können. Nur so kann im Schadensfall der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und fortgeführt werden.
Bei der Konzeption einer Backupstrategie sollten einige Punkte berücksichtigt werden. Die Umsetzung hängt natürlich von einer entsprechenden Risikobewertung ab, aus der hervorgeht, welcher Schaden für das Unternehmen entsteht, sollten die Daten nicht mehr verfügbar sein.
Es empfiehlt sich die Backupdaten auf verschiedenen Medien zu sichern, eines davon sollte off-site, also außer Haus sein, beispielsweise sollten die Daten über eine verschlüsselte Verbindung in einem Rechenzentrum abgelegt werden. Dieses bietet durch Zutrittskontrollen, Brandschutz, sowie Notstromversorgung und redundanten Internetverbindungen eine besonders geschützte Umgebung für die sichere Aufbewahrung von Daten.
Um die Daten sehr schnell wieder verfügbar zu machen, wäre eine zusätzliche Sicherung auf einem Gerät, welches sich am selben Standort wie die Betriebsstätte befindet. So können Daten im Verlustfall mit schnellerer Downloadgeschwindigkeit wiederhergestellt werden.
Neben der Auswahl eines geeigneten Speicherortes ist auch die Speicherdauer entsprechend zu wählen. Diese sollte so festgelegt werden, dass die Daten für eine Wiederherstellung lange genug gespeichert werden. Unter Berücksichtigung des Risikos von Ransomware und sog. Zeitbomben, die, einmal im System, schadhaften Code oft erst nach Monaten ausführen, sollte hier eine Aufbewahrungsfrist von 12 Monaten gewählt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch verschlüsselte und kompromittierte Backupdaten auch nach Monaten wiederhergestellt werden können.
Zunächst sollten alle geschäftskritischen Daten mittels Vollbackup gesichert werden. Für die tägliche, automatisierte Sicherung kann auf ein inkrementelles Backup, bei dem nur die Änderungen gesichert werden, die seit dem letzten Vollbackup aufgetreten sind. Inkrementelle Backup sind besonders wirtschaftlich und ressourcensparend.
Am Speicherort sollten die Backupdaten verschlüsselt abgelegt und durch entsprechende Zugriffskontrollen wie beispielsweise 2 Faktorauthentifizierung geschützt und so nur autorisiertem Fachpersonal zugängig gemacht werden.
Ebenso wichtig wie die korrekte Initialinstallation ist ein regelmäßiges Monitoring. Moderne Backupsoftware schicken Alarme und Statusmeldungen zu eventuell fehlgeschlagenen Backups. Diese Meldungen sollten täglich kontrolliert und überprüft werden.
Ebenso wichtig ist es, die Backupdateien in Testumgebungen regelmäßig wiederherzustellen und so die Funktionalität des Backups zu überprüfen. Nur so kann im Notfall sichergestellt werden, dass die Daten auch verfügbar sind.